Standort: Systemische Krise

UKS Redaktionsbeitrag 04/2023

Unser Standort erlebt ganz aktuell Zeiten, die das Innerste eines Unternehmers zu zerreißen drohen. Der Sonnenschein-Unternehmer, verwöhnt von Zeiten des Wachstums seit den 80er Jahren droht in diesen Tagen unterzugehen. Nur der, der sich in Krisenzeiten bewährt, verdient unsere Anerkennung und Respekt. Gängelung wurde in Zeiten der Pandemie zu Zwang und Überregulierung zur Tyrannei. Davon loszukommen, ist kein Spaziergang. Unternehmerische Freiheit war und bleibt ein wertvolles Gut, das alle Anstrengung braucht. Sie ist kein Geschenk, sondern in uns angelegt.

Verwöhnt von Zeiten des Wachstums

Ob wir Unternehmer uns bisher falsch aufgestellt haben, soll heute nicht das Thema sein. Jedenfalls haben wir Zuviel einfach geschehen lassen. Wir haben delegiert und vertraut, ohne auf Qualität zu prüfen und die Ergebnisse fortlaufend mit zu messen. Wir geben aber die Hoffnung und den Glauben nicht auf, dass das allzu menschliche, ja urmenschliche Streben nach friedlichem Handel und Wandel in Gängelung und Zwang niemals restlos ausgelöscht werden kann. Alle Generationen vor uns hatten diesbezüglich ihre Herausforderungen. Ob es die DDR-zentrale Lenkungswirtschaft oder davor der Konzern- und Kartellfaschismus des Dritten Reiches unserer jüngsten Vergangenheit war. Immer standen klein- und mittelständische Betriebe vor der Auslöschung durch Wirtschaftskriege und Ideologieentgleisungen. Und immer stellten sich einige entgegen. Das Grundgesetz und die FDGO stellten die Prinzipien für einen gesunden und soliden Mittelstand auf. Die Grundrechte kamen vor die Staatsorganisationsregeln. Die Soziale Marktwirtschaft Ludwig Erhards verhalf nach den Verwüstungen des Krieges dem Mittelstand zu einer neuen Blüte wie schon in den Gründerzeiten des späten 19. Jahrhunderts. Eine planwirtschaftliche Ökodiktatur verträgt sich nicht mit dem Grundgesetz.

Betriebe des UKS haben die letzten Jahre dieser Blüte mitgestaltet.  Sie haben auch die letzten Jahre von Gängelei und immer mehr Zwang durchgestanden. Steuern und Abgaben für immer wildere “grüne” und “soziale” Projekte im In- und Ausland haben aufgezeigt, dass der Irrweg der Transformation von UN, Brüssel, Berlin und München in die Standortkatastrophe führen wird. Die Kassen sind leer. Der jüngst verstorbene IHK Präsident, Herr Andreas Kopton, warnte vor der drohenden Deindustrialisierung.

Niedergang des Mittelstandes ist beabsichtigtes Ziel.

Warum hat sich der Mittelstand nicht wirksam platziert, um sich dem Niedergang seiner Blüte entgegenzustellen? Nun, viele, ja allzu viele, haben sich mit der Transformation arrangiert. Um nicht die verbliebene Wirtschaftslage des Betriebs zu gefährden, haben sie, vielleicht auch nur zum Schein, in das Lied der Wende, der Transformation, der Nachhaltigkeit mit eingestimmt. Es sind ja nur ein paar Sätze auf der Homepage oder Betriebsversammlung, es ist ja nur ein Solardach, es ist ja nur ein Elektrolieferwagen, es ist ja nur ein Lastenfahrrad… Wirklich? Nun geht es an Heizanlagen und Dämmungen. Es bleibt zu fragen: bleibt es dabei? Mit Ansage wird das Aus von Verbrennern in Fahrzeugen und Heizanlagen für sehr bald schon erklärt. Kann es unternehmerisches Kalkül sein, so lange wie möglich mitzumachen? Helfen innere Vorbehalte oder wird damit ein Unternehmer zum nützlichen Teil des Systems. Trennt das die, die mitmachen, von denen die kritisch Abstand halten zu all den transformatorischen Maßnahmen, die unweigerlich in die Krise und den Konflikt führen?

Der UKS artikulierte schon seit Anbeginn seines Bestehen die Enttäuschung, die Verzweiflung und die Fremdscham über die Unternehmer (es waren Konzerne, aber nicht nur), die sich einreihten.  Aber auch das menschliche Verständnis über die Notlagen, Kompromisse und Winkelzüge, die manches Unternehmen vollzogen und durchstanden hat. Aber aus einem Übermaß an Verstehen erwächst kein Widerstand, der nun mehr denn je notwendig ist, um die Krise abzuwenden, in welche wir als Mittelstand hineingetrieben werden. Unternehmer sollten die Szenarien der näheren und mittleren Zukunft immer achtsam in den Blick nehmen. Die Szenarien, die sich bieten sind die einer Katastrophe. Einer systemischen Katastrophe. Kein klar denkender Unternehmer wird davon ausgehen, dass es mit den anstehenden Heizungs-, Dämmungs- und Mobilitäts-Ge- und Verboten genug ist.

Der Feldzug gegen den Mittelstand ist, liest man die Programme und Agenden der UN, EU, der Parteien im Lande, von Berlin bis zur Kommune, in weniger als einem halben Jahr sind Landtagswahlen, ein totaler und er wird erst beendet sein, wenn der Mittelstand nicht mehr besteht.

Kompromisse sind da nicht eingeplant und es wäre blauäugig von Seiten der Unternehmerschaft, auf Kompromisse zu spielen. Parteivertreter mögen sich als Volksvertreter geben, sie mögen ein schönes Wahlprogramm zum besten geben, aber sie bekommen nur eine Chance, wenn sie die Partei vertreten, und zwar von der Partei. Aktivisten mögen sich in Aktionen als Vertreter der nächsten Generation geben. Sie mögen für Sympathie und Mitgefühl für Menschen und Tiere in Notlagen werben. Sie bekommen aber nur Mittel für die Koordination und Durchführung, wenn sie die NGOs und Philanthropen und ihre Agenden vertreten.

Die letzten Jahre konnten nur mit Gängelei und immer mehr Zwang überstanden werden.

Unternehmergeist ist Mut für den eigenen Weg. Es gibt keinen Grund für Angst. Solange der Mittelstand zusammensteht, wachsam und kritisch bleibt, schrecken die Aktivisten und Oberen vor der letzten Konsequenz zurück. Das ist die Situation, in der wir stehen und stehen bleiben wollen. Ein abgewirtschafteter hochverschuldeter Standort, Baufortschritte einer Fantasie-Blue City mit 15 Kilometer Bewegungsradius sollten uns nicht zum Verzagen oder Einlenken bringen. Stehen und Zusammenstehen im Mittelstand, allein die werden das systemische Wandel- und Wendeprojekt zum Einknicken bringen.

Das Totalitäre Transformations-Kartell hat sich in den letzten drei Wintern an unseren Mittelständischen Strukturen versucht. Was die drei Winter zeigten ist, dass der Mittelstand dezentral und diffus für die Wirtschaftsplaner bei den Parteien und NGOs bleibt. Im Großen ist gut zu sehen und gibt Hoffnung, dass ein Kartell aus Ländern des Wertewestens sich an den mehr als 150 anderen Ländern der Erde verhoben hat. Tatsächlich verordneten sich 15 Länder des Westens eine Rosskur aus Boykotten und Selbstkasteiung, während der Rest der Welt, ob BRICS oder andere Verbünde, sich im lebendigen Handel und Wandel begegnete und neue Freundschaften und Allianzen fand.

Systemisch ist das, was wir hier erleben festgefahren und der Katastrophe nahe. Blickt man aus dem System, erkennt jeder Unternehmer am Standort, dass das System der Transformation am Ende aber nicht das Ende bedeutet.

Jetzt ist Wahlkampf. Etwas mehr als fünf Monate stellen sich die Kandidaten in den Ring. Zeit für gut ausgeführte Kombinationen. Mit der Kraft des Mittelstands, und einer Geraden, die aus einer einzigen Frage an die Wahlkämpfer besteht:

Wer zahlt die Zeche?

Stellen wir infrage. Stellen wir diese Frage. Gerade jetzt. Gerade im Wahlkampf.

UKS – Unternehmerkreis Schwaben
unternehmerkreis.org

Das könnte Dich auch interessieren:
https://www.bing.com/creator
https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Bundesadler_Bundesorgane.svg
Bild von vecstock auf Freepik