Ein Aufruf zum Kollektivismus?

UKS Redaktionsbeitrag 2/2024

“Seid Ihr alle daaaa!?!” – Der Kasperle stellt dem Publikum jedes mal diese eine sonderbare Frage. Natürlich sind alle daaaaa. Es ist wohl mehr ein Ritus, denn jedes mal gibt das Publikum eine sonderbare Antwort. “Jaaaaaaa!” Wie aus einer Kehle. – Geht es darum? Eine Daseins-Frage?

Dieser Tage wird auch zur Antwort aus einer Kehle gerufen. Vom höchsten Staatsdiener bis in die Bürgermeistereien. Von den Konzernzentralen bis in die kleinen Filialen. – Die Ergebniszahlen werden dann auch immer weiter nach oben “korrigiert”. Wie peinlich wäre auch, wenn so jemand wichtiges ruft und nur wenige hören auf den…. – So viele haben “Jaaaa!” gerufen. Wie lautet die sonderbare Frage dazu?

Genügt die bloße Anwesenheit (d. h. “alle”) – quantitativ. Muss es eine überwiegende Zahl sein (d. h. “wir sind mehr!”) – immer noch quantitativ. Oder hat es auch ein qualitatives “Jaaaaa!” zu sein? Welchen Inhalts?

Synergie. Mehr Kraft durch Zusammenschluss haben wir im Mittelstand schon vor Jahrzehnten von unseren Kammern beigebracht bekommen. Tut Euch zusammen, dann gewinnt ihr auf der einen Seite und spart auf der anderen. Wir lernten das Wort Skaleneffekte. Economy of Scales. Richtig haben wir es nie umgesetzt. Wir haben keine Kartelle gebildet, keine Monopole arrangiert. Wir blieben kleinteilig. Ein bunter Fleckerlteppich von Individualisten. Wie die landwirtschaftlichen Felder auf einer Satelliten-Karte so ist auch der Mittelstand (immer geblieben).

Nicht einmal mit unseren Kammern wurden wir richtig warm. Wenn man etwas auf eigene Faust schaffen will, stört das eher. Die anderen machen ja etwas anderes. Also, einfach In-Ruhe-lassen. War das nicht auch das Leistungsversprechen des Bonner Grundgesetzes nach dem Fiasko des Weltkrieges und seiner düsteren Vorgeschichte des Kollektivierens? Aufmärsche. Parteienzwang. Scheinwahlen. Musterung, Marschmusik und Massenheere. Alles endend im Massentöten und Massentod. Menschenverachtung. Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Die Nürnberger Prozesse. Das Bonner Grundgesetz. Die Rede Richard v. Weizsäckers am 8.5.1986. –

Nie wieder Kollektivismus! Nie wieder Monopole, Gehirnwäsche.

Stattdessen: Respekt vor dem Einzelnen. Schutz vor Übergriffigkeit. Die Grundrechte vor dem Staatsorganisationsteil. Und an der Gelenkstelle Artikel 20 GG.

Der Staat demonstriert nicht mehr, er dient. Der Staat dient und diktiert nicht mehr. Er ist nicht mehr paranoid (eine schlechte “Tugend” aller (!) Kollektivanführer) . Er klassifiziert und diskriminiert daher auch nicht mehr. Er bescheidet sich durch Subsidiarität, das Prinzip aus der katholischen Soziallehre, wonach er nur im Bedarfsfalle und erstmal nur auf der untersten Ebene dienlich ist. Das ist da, wo alles sehr verschieden ist. Da ist nichts wirklich großartig – es ist einfach aus seinem eigenen Recht da. Es finden sich da keine Kartelle, keine Monopole. Nur eine mehr oder weniger kleine Gemeinde, die so frei und selbständig, ja verständig, ist, dass es im Regelfall mit Fleiß und Disziplin auch ohne helfende Dienste geht. Das wollten die Väter des Grundgesetzes, weil es die Amerikaner so wollten. Sie hatten es zwar seit F. D. Roosewelt selbst nicht mehr, denn der kollektivierte sie durch den “New Deal”. Aber ihre eigene Verfassung hatte maßgeblich ein gewisser Thomas Jefferson verfasst und der hat tief in der Geschichte gesucht und die selbst verwaltenden Kleingemeinden seiner Vorfahren in England studiert. So wie sie vor der Eroberung 1066 durch Wilhelm den Eroberer waren. Der monopolisierte. Auch Karl der Große tat das (war sehr blutig, hielt aber nicht lang). Vor ohm Augustus und nach ihm Napoleon taten es. Und der große “Korse” dachte an Karl den Großen und Alexander (auch) den Großen. Letzterer dachte an die Großen Perser (Xerxes I-III). Nichts von all den Ambitionen hatte Bestand. Zu groß. Hybris. 300 Freie stoppten nach Herodot die Millionen (Sklaven) an den heißen Quellen.

Kollektive vergehen eben wie auch Moden, nach denen alle einen Schlag in der Hose haben müssen – oder nicht mehr – oder eben wieder. Moden sind teuer im Marketing, und maßlos in der Entsorgung. Nicht nachhaltig im klassischen Sinn.

Kollektive sind eben wohl eine Illusion und die, welche dazu aufrufen, dem Wahn des Augenblicks verfallen. Das kennen wir aus den Zusammenschlüssen des Mittelstandes, die sich seit Corona bildeten und zu denen wir als UKS auch gehören. Nun sind die vielen Zusammenschlüsse landauf landab begriffslogisch immer mehr als das eine Kollektiv, der sog. Mittelstand. Darin liegt aber ihre Kraft. Klein, nah an den Standorten. Es braucht keine Großveranstaltungen. Keine Ideologien. Keinen Pfeil nach rechts. Kein Wegweiser nach Links. Wenn sich einmal viele versammeln, dann aus dem Gebot der Stunde und der Natur der Sache selbst und nicht weil ein Ideenmonopol bzw. -Kartell (das sind dann wohl Ideologen) dazu aufruft. “Seid Ihr alle daaaa!?!” – findet seine Antwort in der kritischen Frage, in ihrem besten doppeldeutigen Sinne “Habt Ihr sie noch alle?!?”

Eine S

Daseins-Frage aber wurde seit spätestens drei Jahren klar:

Ihr habt keinen Mittelstand!

UKS – Unternehmerkreis Schwaben
unternehmerkreis.org

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