Wenn Ihr irgendeinen Verstand in Eurem Hirn hättet…!

UKS Redaktionsbeitrag 06/2023

Wer sagt denn so etwas? Eine Lehrerin vor einer Klasse tobender Schüler? Der Meister zu den Gesellen und Lehrlingen in der Werkstatt? Ein eiliger zum Einatz fahrender Krankentransportfahrer vor einer Phalanx von mit Schnellkleber bewaffneten Teer- und Aufmerksamkeitsbedürftigen? Der Ausruf hat in seiner Tonart etwas Anklagendes, fürwahr. Und er ist weder von einer Lehrerin, noch von einem Meister , noch ist er von einem Krankentransportfahrer.

1.Lage

Der Ausruf ist von keinem Geringerem als dem Bundeskanzler, Olaf Scholz, SPD, also demjenigen, der in einer Koalition aus SPD, FDP und naja, Sie wissen schon, für die Richtlinien der Politik in diesem unseren Lande zuständig, eidgebunden und verantwortlich ist. Hat er also seine transformationsgetriebenen Kabinettskollegen zur Ordnung gerufen, die mit diversen Wendepaketen für Verkehr, Wärme, Rüstungsexporten, “Fachkräfte”-Reallokationen den deutschen Mittelstand zugrunde richten und die Deutsche Industrie “dekarboniseren“? Nein das hat er nicht! Er schimpfte, aber nicht mit Teerklebern, Tagedieben und Militaria Verrückten. Er schimpfte. Das heißt er zieh sie der Unvernunft. Er schimpfte mit seinen Besuchern auf einer Rede-Verantstaltung, die wohl nicht so “ideologisch vernünftig” und “brav applaudierend” verlief, wie er sie sich erhoffte. – Das kommt jetzt immer öfter vor.

Nun ist Richtlinienkompetenz wohl das, was landläufig mit Führung oder einem Teil dieser Kunst gleichgesetzt wird. Als Führungskräfte der mittelständischen Wirtschaft an unseren Standorten haben wir gelernt, dass “wer fragt der führt” und Zynismus keineswegs als Führungstechnik verfängt. Ja, Zynismus ist sogar in Fachkreisen als toxisch und auf jeden Fall schädlich verpönt. Wäre dem richtlinienkompetenten Bundeskanzler und Führer einer ehemals stolzen Volkspartei der Sozialdemokraten die Führungskompetenz abzusprechen? Dazu kann der Betroffene hier einen Selbsttest machen. Liegt ein Glaube an eine mangelnde Integrität der eigenen Bevölkerung (kognitive Dimension) vor? Hat er negative Gefühle gegenüber der eigenen ehemaligen Wählerschaft (affektive Dimension)? Also Enttäuschung über Wut bis hin zu Scham? Zeigt er Tendenzen zu abschätzigem und kritisierendem Verhalten (verhaltensbezogene Dimension)?

2.Hilfe

Nach der Selbstreflexion wollen wir vom UKS aber auch eine helfende Lehreinheit anbieten, denn wir rechnen mit einem düsteren Ergebnis des Tests. In künftig wohl sich häufenden Situationen dieser Art sollte gefragt werden. – Also richtigerweise: “Hat hier jemand irgendeinen Verstand in seinem Hirn?” Dabei ist zu beachten, dass rhetorische Fragen kein integres Mittel der Führung sind, sondern nur offene Fragen, die auch Antworten und Ausführungen zulassen. Um dem Geplagten Mut zu machen, nehmen wir mal ein paar mögliche Antworten aus unserer Lebenswirklichkeit vorweg:

a) Ein Handwerksmeister (48): Ja, hier ich, ich habe Unternehmerverstand! Mein Unternehmerverstand sagt mir, dass mit dem Vorgehen der Exekutive aber auch der Legislative (z. B. Energiewende, Verkehrswende, Zeitenwende) kein angemessener Ertrag, sondern nur unverhältnismäßiger Aufwand betrieben wird. In solch einem Fall erreichen wir sehr rasch die Verlustzone und haben dafür keine Rückstellungen gebildet. Wir müssen bald Konkurs anmelden. Denn es ist kein Geld mehr da.

b) Ein junger Lehrling (18): Ja, hier ich, ich habe gesunden Menschenverstand! Mein gesunder Menschenverstand sagt mir, dass wir selber nachdenken müssen und uns nicht auf fremde Agenden aus Brüssel, der UN, der NATO, Fremden Geheimdiensten, korrupten Ländern, Nicht-Gewählten-Organisationen oder angeblichen Wohltätern aus dem Superreichen-Milieu verlassen sollten.

c) Ein Philosophiestudierender (34): Ja, ich hier, ich habe Verstand bei Immanuel Kant nachgesehen: Verstand ist das Vermögen der Regeln und Konzepte, das es uns erlaubt, Sinnesdaten zu ordnen, indem wir Begriffe und Kategorien auf sie anwenden.

d) Ein Österreicher (73): Ja, hier ich, ich habe einen Hausverstand! Mein Hausverstand sagt mir, dass wir neutral bleiben sollten und uns nicht schon wieder in Kriegsabenteuer fremder Herren Länder stürzen sollten.

Wir ordnen weiter Sinnesdaten und wir fragen als kritische Mittelständler weiter!

3.Ausblick

Erst gestern ist es wieder passiert. Der Landesvater Söder verfiel in Erding in ein ähnliches Verhaltensmuster. Auch ihm sei diese helfende Lehreinheit nebst Selbsttest zur Nacharbeit empfohlen. Ja, allen Wahlkämpfern in den kommenden Landtagswahlen in Bayern empfehlen wir sie natürlich auch. Wenngleich wir im Mittelstand, denn Kandidatenauswahl ist unser Täglich Brot, wenig Hoffnung haben, dass die Kandidaten einen Grundfunken Führungsqualität haben werden, dass diese Lehreinheit verfangen könnte. Wir geben sie trotzdem, denn auch wir Führungskräfte im Mittelstand können an unseren Standorten Führung übernehmen und die bangenden Kandidaten mit unseren Fragen orientieren.
Hubert Aiwanger von den FW rief jedenfalls gestern in Erding schon einmal “Wir wollen gesunden Menschenverstand!” Er hat sich also, zumindest äußerlich und in Mundart, schon in die Zuhörer hineinversetzen können. Geht doch! – Ob er gesunden Menschenverstand auf diese Forderung auch erhalten wird, steht nach seinem Mittun und wohl nur scheinbaren Kritisieren an dem Agenda-Betrieb unserer Landesregierung auf einem anderen Blatt. Schlimmstenfalls orientiert er sich weiter an seinen gutdotierten Beratern. Bestenfalls aber orientiert er sich dafür an dem von ihm als berichtenswert bezeichneten Handwerksmeister, der ein Haus gebaut und drei Kinder hat. Der sagt ihm dann schon, was gesunder Menschenverstand heute anbietet – jedenfalls wird er schon die richtigen Fragen stellen. Ob Hubert Aiwanger dieses tun wird?

Wir ordnen weiter Sinnesdaten (siehe oben c.) und wir fragen als kritische Mittelständler weiter!

UKS – Unternehmerkreis Schwaben
unternehmerkreis.org

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